Fracking-Nutzen und Risiken

birgit_mueller
„Fracking- Nutzen und Risiken „. Zu diesem Thema hatte der FDP Kreisverband Hohenlohe Dr.
Birgit Müller eingeladen. Sie ist die Leiterin der Geschäftsstelle des Landesforschungszentrums Geothermie in Karlsruhe.
Zunächst sammelte die Referentin die Bedenken und Vorteile der Gäste zum Thema „Fracking“. Vor allem die Verunreinigung des Grundwassers bzw. der Wasserschutzgebiete, mögliche Erdbeben, die Haftungsfrage bei evtl. Schäden, chemische Reaktionen oder die Störung der Trennschichten bereiten den Menschen die größten Sorgen .
Auf der anderen Seite wurde darauf hingewiesen, dass wir dringend alternative Energien benötigen, weil wir u.a. viel zu stark vom russischen Gas und somit von Putins Launen und vom arabischen Öl abhängig sind.
Dr. Müller betrachtete „Fracking“ unter wissenschaftlich/technischen Aspekten, zeigte die Drücke, Fluidmengen und die Dauer von Fracbehandlungen und gab den interessierten Gästen einen Überblick über die Inhaltsstoffe der Fracfluide, deren Eigenschaften und deren Wirkungsweise, speziell die neu entwickelten Fluide mit nur einer geringen Zahl von Inhaltstoffen mit Wassergefährdungsklasse 1. Erläutert wurde der Aufstieg von Gas („Gasland“) im Gegensatz zu dem geringen Risiko des Aufstiegs von Fracfluid, bei dem eine treibende Kraft vorliegen muss. Dr. Müller zeigte, dass das Risiko eines Fluid-Aufstiegs durch das Gebirge sehr gering ist, dass aber nicht gut verrohrte Bohrungen potenzielle Leckagewege insbes. für Gas darstellen können. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass es wünschenswert sei, die strengen Vorschriften und Sicherheitsstandards, die in Deutschland gelten, auch auf andere Länder zu übertragen, so sind z.B. die Bohrplätze in den USA nicht asphaltiert, Altbohrungen sind häufig unzureichend gesichert. Das massive Fördern von Öl und Gas in den USA, das durch die Fracking-Technologie ermöglicht wird, führt dazu, dass mehr Lagerstättenwasser in den Untergrund verpresst werden muss und sich die Zahl der Magnitude 3 Erdbeben erhöht hat.

Dr. Müller stellte als Resümee fest:
Fracken nur an den Standorten, wo man die richtigen Voraussetzungen findet: unkritische Geologie, d.h. nicht in Regionen mit aktiven Störungen oder artesischen Wasserhorizonte. Außerdem ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Arbeiten von wirklichen Experten auf diesem Gebiet durchgeführt werden, d.h. sorgfältig und insbesondere mit Überwachungsmaßnahmen an den Bohrung erfolgen sollten.

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